Soziale Netzwerke

Was sind soziale Medien und wie gehe ich damit um?

Die Vernetzung der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen nimmt stetig zu. Diese findet vor allem über Apps (App = Application = Anwendung, Programm) auf dem Smartphone statt. Soziale Netzwerke bestimmen einen sehr großen Teil unseres Lebens im und mit dem Internet. Es gibt einen Vielzahl von Apps, die schon länger auf dem Markt sind, und es gibt viele neue und interessante Programme, die gerade auftauchen.

Klicken Sie auf eines der folgenden Symbole und Sie erhalten nähere Informationen zu Instagram & Co:

Instagram
Snapchat
Twitter
Youtube
WhatsApp
TikTok

Weiterhin gibt es Aspekte, die wir als Eltern kennen sollten, die bei Kindern und Jugendlichen im Umgang mit sozialen Netzwerken auftreten können. Hier finden Sie Erläuterungen zu folgenden Themen:


BEICHTEN als Grundlage für Cyber-Mobbing

Aktuell ist es bei Jugendlichen total in, auf Seiten wie Facebook oder Instagram eine Internetbeichte abzugeben. Hier schreiben die Anwender mit Angabe von Geschlecht und Alter über ihre größten Geheimnisse. Es gibt sogar schon „Schulseiten“, wo sich Schülerinnen und Schüler einer bestimmten Schule über ihre ersten Schülerstreiche, die große Liebe und die ersten sexuellen Erfahrungen austauschen. Neben Text werden häufig auch Bilder dargestellt.

Hier ist es dann nicht mehr schwer. die einzelnen Personen zu identifizieren, die gerade etwas sehr persönliches posten. Schnell können sich daraus digitale Verstrickungen entwickeln, wenn andere Schüler hier Kommentare absetzen oder gar die Posts zu Mobbingzewcken einsetzen.

Diese Auseinandersetzungen spielen sich dann nicht mehr nur im Netz ab, sondern können dann auch schnell auf dem Schulhof oder im privaten Umfeld ausgetragen werden.

Cybermobbing ist schwerwiegend und kann sehr verletzend sein. Eltern sollten sehr wachsam sein, was ihre Kinder im Netz unternehmen. Zusätzlich sollten Eltern immer hinterfragen, ob die Risiken, die durch Mobbing oder Cybermobbing entstehen, bekannt sind und ob das Kind versteht, welcher Schaden anderen Personen schon durch einen verletzenden Kommentar zugefügt werden kann.


CYBERGROOMING – sexuelle Belästigung von Jugendlichen im Internet

Immer mehr Kinder und Jugendliche werden über soziale Netze von fremden Personen sexuell belästigt. Cybergrooming heißt das und steht für „anbahnen“ oder „vorbereiten“. Hierbei suchen die Täter gezielt Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen. Sie bauen Vertrauen auf und fordern dann die Zielpersonen auf, Nacktaufnahmen von sich zu machen oder sich sogar mit den Fremden zu treffen. Alle sozialen Netzwerke, die eine Chatmöglichkeit bieten, werden hier genutzt. Die Täter geben sich meist als eine andere Person aus, um einerseits nicht erkannt zu werden und auf der anderen Seite dem Opfer ein anderes Alter und Aussehen vorzugaukeln.

Sobald ein Kind oder eine jugendliche Person Kontakt zu dem Täter aufgenommen hat, werden sie sehr leicht erpresst und dann aufgefordert, weiteres erotisches Bildmaterial zur Verfügung zu stellen oder sich beispielsweise über eine Webcam zu präsentieren. Die Bereitschaft der Kinder und Jugendlichen, sich mit Internet-Bekanntschaften zu treffen nimmt zu. Durch Dating- und Foto-Apps, sinkt die Hemmschwelle, sich im Internet zu präsentieren und sich dann mit fremden Personen zu treffen. Zusätzlich kommt es häufig vor, dass die Privatsphäre-Einstellungen in den Apps nicht ausreichend aktiviert sind, sodass es sehr leicht zur Kontaktaufnahme durch Unbekannte kommen kann.

Eltern können hier unterstützen, indem sie regelmäßig hinterfragen, was das Kind online macht und zugleich immer wieder auf die Gefahren aufmerksam machen. Zusätzlich sollten Eltern darauf achten, dass die Privatsphäre-Einstellungen in den einzelnen Apps auch ausreichenden Schutz bieten.



SEXTING, erotische Kommunikation von Jugendlichen über das Internet

Unter Sexting („sex“ und „texting“) versteht man vor dem Hintergrund der aktuellen Medienlandschaft erotische Kommunikation mit Text und Bildern des eigenen Körpers als pornografische Selfies. Verbreitete Apps sind WhatsApp und Snapchat.

Gerade bei Snapchat ist die Versuchung groß, „mal eben“ ein erotisches Selfie zu verschicken, da viele Jugendliche denken, dass die Bilder, wenn sie nach ein paar Sekunden verschwinden für immer gelöscht sind. Viele Jugendliche suchen im Rahmen ihrer Persönlichkeitsentwicklung nach sexueller Orientierung. Das erleben sie auch bei vielen Idolen, die sich freizügig im Internet präsentieren. Manchmal wird das Verschicken von Nacktbildern auch als Mutprobe gesehen. Oft werden diese Bilder, zum Beispiel auch nach einem Beziehungsende, für Cybermobbing verwendet und entsprechend im Internet verbreitet.

Aus rechtlicher Sicht ist Sexting auch problematisch, da das Versenden und Speichern von pornografischen Bildern ab dem 14. Lebensjahr strafrechtlich verfolgt wird, gerade, wenn die Aufnahmen von Kindern oder Jugendlichen sind. Es gibt noch weitere rechtliche Aspekte, die hierbei betroffen sind.

Begleiten Sie Ihr Kind bei der ersten Nutzung von Messaging Apps und klären Sie die Kinder über die Risiken auf. Zeigen Sie Interessen an der Mediennutzung Ihres Kindes und stehen Sie für Fragen und zur Beratung stets zur Verfügung. Weiterhin hilft es, Regeln für den Gebrauch von Smartphones etc. zu vereinbaren. Hierbei ist nicht nur die zeitliche Nutzung wichtig, sondern auch die inhaltliche Nutzung. Machen Sie sich mit den Funktionen der einzelnen Apps vertraut, um die Sicherheitseinstellungen kennen zu lernen und aktivieren zu können.


FOMO, die Angst nicht dabei zu sein

FOMO steht für „fear of missing out“. Damit bezeichnet man einen Angstzustand etwas zu verpassen. Hier im Speziellen geht es um die Angst eine soziale Interaktion zu verpassen, die sich in verschiedenen Symptomen äußert. Diese Angst bezieht sich sehr stark auf die Nutzung digitaler Medien, wie Handys oder Computer in Verbindung mit sozialen Netzwerken.

FOMO bezeichnet das  Verlangen eines Menschen, immer dabei sein zu wollen – in diesem Fall in den jeweiligen sozialen Netzen, wie Facebook, Twitter und Co – bzw. nicht abwarten zu können, was andere Personen stets aktuell in diesem Netzwerken posten. Dieses Phänomen ist noch nicht medizinisch anerkannt, spiegelt aber schon die Zustände viele Menschen wider.

Symptome können beispielsweise Traurigkeit sein, zu wissen, dass sich Freunde treffen können, ohne dass man selbst dabei ist. Angst kann auch hervorgerufen werden, zum Beispiel dann, wenn es anderen Menschen besser geht, als einem selbst. Dadurch wird auch Neid erzeugt. Zudem kann sich ein sehr starkes Mitteilungsbedürfnis entwickeln, dass alles aktuell Erlebte mit anderen virtuell geteilt werden muss. FOMO kann auch Konzentrationsschwächen durch permanentes abgelenkt sein erzeugen.

All diese Dinge können die Abhängigkeit zu Mobiltelefonen und sozialen Plattformen verstärken. Dies ist eine erkannte Gefahr!


Folgende Hinweise sollen Ihnen und Ihren Kindern den Umgang mit den sozialen Medien erleichtern.

Schutzraum-Tipps Soziale Netzwerke

  1. Bitte gehen Sie mit den Informationen, die Sie oder Ihre Kinder sozialen Netzwerken darstellen, sorgsam um, denn viele Plattformen, wie Facebook, Instagram oder Snapchat, haben nach den eigenen allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) das Nutzungsrecht aller Informationen, Fotos etc., die dort dargestellt werden.
    Eine weitere Frage ist auch, ob ich wirklich alle Informationen einem möglicherweise breitem Publikum zur Verfügung stellen will.
  2. Durch das Darstellen von Informationen, wie zum Beispiel Bilder aus dem Urlaub oder von dem neuen Smartphone, entsteht oft – gerade bei Kindern und Jugendlichen – Neid und Missgunst. Dies bildet dann sehr häufig die Grundlage für Mobbing über das Internet. Hier sollte sehr darauf geachtet werden, ob alle Dinge im Internet dargestellt werden sollen.
  3. Achten Sie auf die Alterbeschränkungen für das Einrichten eines eigenen Accounts (z. B. Facebook: 13 Jahre, WhatsApp: 13 Jahre). Falls Ihr Kind sich einen Account anlegen darf, begleiten Sie es bei der Einrichtung oder besser noch, richten Sie sich auch einen Account ein, und achten Sie sehr auf Ihre Privatsphäre-Einstellungen. Dort regeln Sie, wer welche geposteten Inhalte sehen darf. Begleiten Sie Ihr Kind anfangs bei der ersten Nutzung.
  4. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass die eigenen Daten Privateigentum sind und eher nicht preis gegeben werden sollten. Ins Internet sollte nur das gepostet werden, was ein Schüler auch freiwillig über sich an das schwarze Brett der Schule hängen würde.
  5. Achten Sie auf die Zeiten, die Ihr Kind in sozialen Netzen verbringt. Schnell kann eine Art Sucht entstehen, dass die Kinder immer und überall über alles aus dem Freundeskreis informiert sein wollen. Die Angst, nicht überall dabei sein zu können, nennt sich ‚FOMO‘ (fear of missing out).
  6. Weiterhin bilden soziale Netzwerke auch Nährboden für Cybermobbing. Näheres finden Sie hier.