Anti-Mobbing-Woche: Internationaler Tag für Toleranz

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Der Tag für Toleranz, der an ein menschwürdiges Zusammenleben in Vielfalt erinnert, wurde 1995 von den UNESCO-Mitgliedsstaaten initiiert. Wir möchten den Tag nutzen, um ein besseres Verständnis von Toleranz zu vermitteln. So sind Toleranz und Akzeptanz maßgeblich am Aufbau einer pluralen Gesellschaft beteiligt, da sie als universelle Werte für Frieden und Solidarität von großer Bedeutung sind.

Was ist Toleranz?

Toleranz ist die Fähigkeit, Werten und Lebensstilen, die man nicht teilt, zu dulden. Toleranz kennzeichnet sich gegenüber der Akzeptanz durch einen eher passiven Charakter. Es wird vor allem dann zwischen Toleranz und Akzeptanz unterschieden, wenn ‚das Andere‘ aktiv angenommen wird. Es geht über das Ertragen hinaus, denn Akzeptanz ist ein Akt der Wertschätzung und Inklusion.

Wenn wir uns also eigentlich in Akzeptanz üben sollen, bleibt die Frage, warum die Gesellschaft so sehr darauf bedacht ist tolerant zu sein?

Besonders im Hinblick auf derzeitige Geschehnisse und aktuelle Debatten ist der sprachliche Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz nicht irrelevant. Was meint ihr – sollten wir uns dann nicht besser für mehr Akzeptanz einsetzen?

Uneingeschränkte Toleranz – möglich oder unmöglich?

Um die Brücke zum gestrigen Tag zu ziehen, bitten wir euch darum euch folgenden Szenario vorzustellen: Ihr bemerkt, dass ein Kind aufgrund seines Glaubens gemobbt wird. Was würdet ihr tun? Eine Beispielfrage: Würdet ihr neben dem Versuch, ein Gespräch mit beiden Parteien zu suchen, ebenfalls versuchen Themen, wie den Islam, Stereotype sowie islamfeindlichen Rassismus – vielleicht sogar im größeren Rahmen – anzusprechen?

Uns stellt sich in Veranstaltungen in verschiedensten Szenarien immer wieder die Frage, ob man Menschen gegenüber tolerant sein sollte, die Sexismus, Ableismus, Rassismus, Antisemitismus oder andere Ismen für eine legitime Meinung erachten. Darüber hinaus widerspricht eine solche Einstellung der Basis unserer Arbeit, weshalb wir denken, dass Akzeptanz eine Haltung, einen Standpunkt und die Bereitschaft zur Intoleranz verlangt. Demnach gibt es eine Grenze von Toleranz, die nicht überschritten werden sollte. Für uns liegt diese Grenze in menschenfeindlichen Standpunkten, welche beispielsweise durch diskriminierende Aussagen die Freiheit von manchen Menschen einschränkt.

Was tun, wenn einem Inhalte nicht gefallen?

Das erfahrt ihr morgen am Unfriend Day.


Quellen

Bundeszentrale für politische Bildung (2020): Toleranz. URL: https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/225604/toleranz (letzter Zugriff: 09.11.21)

Kissler, Alexander (2015): Warum Intoleranz manchmal nötig ist. URL: https://www.deutschlandfunkkultur.de/toleranz-warum-intoleranz-manchmal-noetig-ist.1005.de.html?dram:article_id=335608 (letzter Zugriff: 09.11.21)

Die neue Bibliothek der Welttage (o.J.): 16. November: Internationaler Tag der Toleranz. URL: https://worldday.de/16-november-internationaler-tag-der-toleranz/ (letzter Zugriff: 09.11.21)

Reichlin, Maximilian (2016): Akzeptanz vs. Toleranz – Bedeutet Toleranz eigentlich „Ausgrenzung“? URL: https://uni.de/redaktion/akzeptanz-vs-toleranz (letzter Zugriff: 09.11.21)

Rohde, Stephanie (2014): Von den Schwächen der Toleranz. URL: https://www.deutschlandfunkkultur.de/wochenkommentar-von-den-schwaechen-der-toleranz.2162.de.html?dram:article_id=306844 (letzter Zugriff: 09.11.21)

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